Einfrieren, Hochladen, Weiterleben.

Premiere am 25.9.2019 im Schubert Theater Wien


‘Natürlich können wir auch viel erreichen, wenn wir menschlich bleiben. Aber wir können höhere Gipfel erklimmen, wenn wir unsere Intelligenz, unsere Entschlossenheit und unseren Optimismus dafür einsetzen, die menschliche Puppe zu druchstoßen.`

        

Max More, 2016



Zu Beginn unserer Stückentwicklung steht eine nahe Zukunft, in der die Philosophie des Transhumanismus Realität wurde. Wir behaupten (künftiges) ewiges Leben, in dem wir die natürlichen Grenzen unserer biologischen Körper verlassen haben und uns in Datenspeicher – in die Cloud – speisen. Unsere eingefrorenen Körper lassen wir in der physischen Welt zurück.

"Einfrieren, Hochladen, Weiterleben." findet seinen Anfang in einem abstrakten Raum, in dem uns, zu Daten transformiert, eine Sehnsucht nach unserer zurückgelassenen Physis ereilt. Rückwärts durch die Zeit gehend, stolpern wir über die das einstige Bestreben, die Grenzen unserer menschlichen Körper zu sprengen und hinterfragen den Wunsch nach einem Leben ohne Krankheit und Tod.

Wir begeben uns in ein Heute, in dem an scheinbar unsterblichen Tieren geforscht wird, um deren genetische Verwandschaft zu entschlüsseln und Eigenschaften auf uns zu übertragen. Unsre Sehnsucht gilt ebenso dem Plattwurm, der zerstückelt immer wieder nachwächst und sich vervielfältigt, wie dem Wimperntierchen mit seinen 7 Geschlechtern und seiner Unsterblichkeit. Sind dies Körper, in die es sich – anstelle unsrer auftaubereiten menschlichen Hülle – zurückzukehren lohnt? Oder ist es doch der stillgelegte, eigene Körper? Wir setzen unsere Hoffnung in Telomere, künstlich gezüchtete Organe, Auftauexperimente.




Live-Musik, Gesang, Komposition // Manfred Engelmayr
Figuren, Bilder, Bühne, Spiel // Birgit Kellner und Christian Schlechter
Schauspiel, Live-Musik, Gesang // Simon Dietersdorfer
Choreographie // Daniela-Katrin Strobl
Outside Eye // Alex. Riener
Produktion // Lisa Zingerle
Medizinhistorische Beratung // Monika Ankele
Licht // Ines Wessely
Tontechnik // Lois Sauper


Spitzwegerich // Konzept & Produktion




"Einfrieren, Hochladen, Weiterleben." wird von der Kulturabteilung der Stadt Wien MA7 gefördert.